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Rezension:Oben bleiben. Immer (Gebundene Ausgabe)

Autoren dieses hervorragenden Buches sind der Management-Vordenker Jim Collins und der Mangamentprofessor Morten T. Hansen. Ihr Anliegen ist es, aufzuzeigen weshalb einige Unternehmen in Zeiten des Chaos Erfolg haben und andere nicht. Untersucht wurden ausgewählte Studienobjekte, so genannte 10X- Objekte, die drei grundlegende Voraussetzungen erfüllen mussten.

Die Unternehmen verzeichneten in einem Zeitraum von 15 Jahren im Vergleich zur durchschnittlichen Entwicklung am Aktienmarkt und im Vergleich zur jeweiligen Branche unwiderlegbar herausragende Erfolge.

Die Erfolgsbilanz wurde unter enorm instabilen Bedingungen erreicht. Dabei waren diese geprägt von Ereignissen, die nicht beeinflussbar, schnelllebig, ungewiss und potentiell nachteilig waren.

Den erfolgreichen Aufstieg begann das jeweilige Unternehmen aus einer Position der Verwundbarkeit heraus und war zu Anfang der 10X Erfolgsgeschichte eine kleine und oder neu gegründete Firma, (vgl.: S.20).

Die besten Firmenchefs der Studie, so konnte ermittelt werden, besaßen keine visionären Fähigkeiten, waren auch nicht risikofreudiger und mutiger, auch nicht kreativer als ihre Vergleichspartner, sondern sie gingen disziplinierter und besonnener vor. Sie besaßen ferner die Fähigkeit Innovationen serienreif zu machen und Kreativität mit Disziplin zu vereinen. Interessanterweise habe Erfolgsunternehmen sich weniger verändert, als andere bei radikalen Veränderungen von außen, hatten keineswegs mehr Glück als andere, sondern machten einfach nur mehr aus Ihren Glückskonstellationen.

Die Forschungsgrundlagen für diese Studie werden genannt und aufgezeigt, z.B. die Analyse der Liquidität und Bilanzrisiken, Analysen der Risikokategorien, die Analyse der Glücks etc.

Die Untersuchungsergebnisse tragen zu einem besseren Verständnis bei, aber sie sollen keine allumfassende Antwort liefern, so die Autoren. Was die Untersuchungen klarmachen ist Folgendes: "Wir sind nicht gefangen von dem Glück, das wir haben, oder den Ungerechtigkeiten des Lebens. Wir sind nicht gefangen von niederschmetternden Rückschlägen, selbstverschuldeten Fehlern oder vergangenem Erfolg. Wir sind nicht gefangen durch die Zeit, in der wir leben, durch die Anzahl der Stunden eines Tages oder gar die Anzahl der Stunden, die uns in diesem kurzen Leben zur Verfügung stehen. Letzten Endes können wir nur einen kleinen Teil von dem, was uns widerfährt kontrollieren. Und trotzdem haben wir eine Wahl- die Wahl, groß zu werden, (Zitat: S 253).

Ein Buch, das optimistisch und hoffnungsfroh macht und das ich gerne weiterempfehle.

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Rezension:Vom Königsbett zum Schafott: Frauen als Opfer von Intrigen (Gebundene Ausgabe)

Dieses Buch befasst sich mit weiblichen Intrígenopfern. Mit dem Phänomen der Intríge beschäftige ich mich seit einiger Zeit bereits, um die Machenschaften von Intríganten besser durchschauen zu können. Leider ist man im Laufe seines Lebens nicht gefeit davon, solchen Menschen zu begegnen. Mittlerweile erkenne ich Intríganten an ihrem Blick. Schade, dass man im Internet keine Chance hat, seinen Mitmenschen in die Augen zu blicken, dann nämlich wäre man rascher vorgewarnt.

Die Intríge besteht selten aus einer isoliert dastehenden Aktion, sondern zumeist aus einer Kette von Einzelintrígen. Die Autorin des vorliegenden Buches Dr. Barbara Beck nennt als "klassische" Bestandteile einer Intrige die arglistige Täuschung, Fälschung, Verleumdung, Lüge und den Rufmord. Selten hinterlassen Intríganten Dokumente, in denen man später das Vorgehen und die Intention nachvollziehen kann. Bewegt man sich in einem intriganten Umfeld, sollte man genau überlegen, was man sagt oder schreibt, denn Intríganten neigen dazu, ihren Mitmenschen das Wort im Munde herumzudrehen. Der Sophismus kennt bei solchen Leuten keine Grenzen.

Da die Intríge ein Mittel zur Durchsetzung eigener Ziele ist, begegnet man ihr dort, wo sich Macht und Glanz entfalten, so etwa an politischen Schaltzentralen, an Höfen und Regierungssitzen im besonderen Maße. Im vorliegenden Buch werden die Schicksale von Frauen porträtiert, die aus politischen Motiven auf unterschiedliche Weise Opfer von Intrigen wurden, von Frauen also, die sich an solchen Orten aufgehalten haben.

Auf Bilder hat man Gelegenheit, sich einen visuellen Eindruck von den Damen zu verschaffen, bei denen es sich um Agnes Bernauer, Johanna I. von Kastilien, Anna von Boleyn, Jane Grey, Maria Stuart, Margarethe von Valois, Katharina von Braganza, Olympia Mancini, Anna Constantia von Cosel, Caroline Mathilde von Dänemark, Marie Antoinette von Frankreich, Marie-Jeanne Roland de La Platiére, Luise Karoline Hochberg, Marie Caroline von Berry, Victoria von Preußen "Kaiserin Friedrich", Elisabeth von Thadden und Polina Semojonowa Schemtschuschina handelt.

Intrígen haben hier u.a. zum Mord aus Staatsräson, zur Verdammung zum Wahnsinn, zur lebenslangen Inhaftierung und anderen Wíderwärtigkeiten mehr geführt. Deutlich wird, dass Intríganten offenbar immer Wege und Mittel finden, Personen, in diesem Fall Frauen, die ihnen ihm Weg stehen, zur Seite zu schaffen. Für gewiefte Intríganten ist es offenbar kein großes Problem gruppendynamische Prozesse in die Wege zu leiten und auf diese Weise Helfer zu finden, damit sie ihre egoistischen Ziele durchsetzen können. Immer stellt sich die Frage "Wer hat den Vorteíl?" Ist diese Frage erst einmal beantwortet, hat man den Intríganten eingekreist.

Ein spannend zu lesendes Buch. Empfehlenswert.

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Rezensionen: Die Kaiser: 1.200 Jahre europäische Geschichte (Gebundene Ausgabe)

Dieses Buch enthält insgesamt 59 Kurzbiografien, mittels derer fränkische und römisch-deutsche Könige und Kaiser vorgestellt werden. Die Zeitspanne, die hier fokussiert wird, nimmt im 8. Jahrhundert ihren Anfang und endet im 20. Jahrhundert.

Hauptautoren dieses umfangreichen Werkes sind Prof. Dr. Gerhard Hartmann und Prof. Dr. Karl R. Schnith.

Untergliedert ist das Buch in sieben große Abschnitte:
Die Herrscher der Karolingerzeit (800-911)
Die Herrscher der Ottonenzeit (911-1024)
Die Herrscher der Salierzeit (1024-1125)
Die Herrscher der Stauferzeit (1125-1254)
Die Herrscher des Spätmittelalters (1273-1437)
Die Epoche der Habsburger (1438-1918)
Die Hohenzollern-Kaiser (1871-1918)

Die Autoren möchten mit dem Werk dazu beitragen, beim Leser Verständnis für die historische Entwicklung der europäischen Mitte zu wecken und ihn nach Möglichkeit in die Lage versetzen, heute vorgefundene politischen Situationen in Europa und in Deutschland aus der Genese heraus interpretieren zu können.

Bezweckt haben die Verfasser mit ihrer textlichen Darstellung nicht nur Einzelpersönlichkeiten zu charakterisieren, sondern zudem die Signatur der jeweiligen Dynastie zu erfassen und sichtbar zu machen. Diese Zusammenhänge werden durch diverse Überblickskapitel als auch listenartige Zusammenstellungen der Nachkommen der Herrscher, zum Teil mit zusätzlichen biografischen Hinweisen veranschaulicht. Zwar stehen die verantwortungstragenden Herrschergestalten im Zentrum der Darstellung, darüber hinaus aber will das Buch dem Leser einen Zugang zu historischen Entwicklungslinien eröffnen.

Die Biografien skizzieren die Lebenswege der Herrscher vor dem Hintergrund der Gesamtentwicklung und im Zusammenhang mit ihr. Ziel ist es, das Individuum nicht von den Bedingtheiten der Gesellschaft zu trennen, sondern es stattdessen zuzuordnen. Durch diese Verfahrensweise wird erkennbar wie Herrscher zu Gestalten ihrer Zeit wurden, aber auch wie sie die wirkenden Kräfte ihrer Zeit erleiden, ihnen Tribut zollen und sich ihnen anpassen mussten, wie Prof. Dr. Schnith es so treffend zum Ausdruck bringt.

Das Nachschlagewerk enthält neben den genannten Kurzbiografien ein umfangreiches Quellen- und Literaturverzeichnis, Register, Stammtafeln, Bilder und Karten und sollte sich in jeder Bibliothek historisch interessierter Leser befinden.

Ich empfehle das Buch gerne.

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Rezension: Codex Hammurabi: Die Gesetzesstele Hammurabis (Gebundene Ausgabe)


Das vorliegende Buch enthält die älteste Gesetzessammlung der Welt. Übersetzt wurden diese Texte von Dr. Wilhelm Eilers bereits 1932. Zu verdanken haben wir die Entdeckung der großen Gesetzesinschrift König Hammurabis (1792- 1750 v. Chr.) französischen Ausgrabungen, die im Winter 1901/02 auf dem Boden der alten Elamiterhauptstadt Susa im heutigen Chusistan realisiert wurden.

Der Fund gilt technisch und künstlerisch als Meisterwerk. Dazu kommt der Sprachstil und die Gliederung in Prolog, 282 Gesetze sowie Epilog und nicht zuletzt die Tatsache, dass der Codex eine Art Grundcharta des babylonischen Politik- und Religionsverständisses darstellt. All dies sorgt dafür, dass die Gesetzesstele Hammurabis nicht nur bei Rechtsgeschichtlern auf Interesse stößt.

Nach einer Einführung von Wilhelm Eilers und einer erhellenden Einleitung von Karl Hecker kann man sich mit den übersetzten babylonischen Texten vertraut machen.

Der Inhalt der Paragraphen zeigt, dass Menschen schon vor Tausenden von Jahren, der Willkür durch ein Regelwerk einhalten gebieten wollten. Im Zusammenleben von Menschen ist nichts wichtiger als Rechtssicherheit, denn Gemeinschaften zerbrechen überall dort, wo der Willkür Tür und Tor geöffnet wird. Hammurabi scheint das gewusst zu haben. Herrscher, die Rechtssicherheit anbieten, gewinnen Macht und Ansehen. Nicht jeder Herrscher im Laufe der Geschichte hat das begriffen. Vermeintliche Vorteile ergaben sich aufgrund der Ignoranz immer nur kurzfristig.

Natürlich sind die Rechtsvorstellungen des "Codex Hammurabi" teilweise etwas archaisch, wie der in der Kopfzeile angeführte Paragraph 200 zeigt. Doch es ist müßig, in diesem Zusammenhang ethische Überlegungen anstellen zu wollen. Humanismus und Christentum lagen ja noch in weiter Ferne.

Empfehlenswert. 

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